- Zur Kritik der Zivilgesellschaft: Vortrag und Diskussion am 13. Oktober 2026 um 18:30 Uhr im [kany] Wenn Förderprogramme oder Haushaltsmittel gekürzt werden sollen, wird von Trägern und Engagierten regelmäßig vorm „Sterben der Zivilgesellschaft“ gewarnt. Mit dem Ziel, den Fortbestand von Projekten in Landes- oder Bundesprogrammen abzusichern, die sie für demokratiestabilisierend halten, gehen die Parteien des progressiven Spektrums nicht selten Kompromisse mit den Konservativen ein, die zu sozialpolitischen Verschlechterungen führen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wessen „Sterben“ da eigentlich verhindert wird, wenn man versucht, „die Zivilgesellschaft“ vor drohenden Kürzungen zu retten. Was ist die Zivilgesellschaft und wie hat sie sich entwickelt? Wer ist darin engagiert für soziale Gerechtigkeit und Demokratie und wie hat sich das Feld durch die Einführung von Förderprogrammen und staatliche Steuerung in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Und nicht zuletzt: Schützt die Förderung von Demokratieprojekten wirklich unsere Demokratie? …
- „Hat hier gerade jemand Spaltung gesagt?“ Zum Verhältnis von Antiimperialismus und Antinationalismus: Vortrag und Diskussion mit Julian Bierwirth am 20. Oktober 2026 um 18:30 Uhr im [kany] Seit den 1980er- und 1990er-Jahren sah sich der traditionelle Antiimperialismus der internationalistischen Linken zunehmend mit der Kritik einer neu entstehenden antinationalen Strömung konfrontiert. Gleichzeitig differenzierte sich auch das antiimperialistische Spektrum aus: Mit den postkolonialen Theorien und dem Konzept der Dekolonisation gewann innerhalb des Antiimperialismus eine Strömung an Bedeutung, die heute großen Einfluss auf politische und wissenschaftliche Debatten ausübt. Der Vortrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Merkmale dieser Strömungen, ihre zentralen Unterschiede sowie die Konfliktlinien, die gegenwärtige Debatten innerhalb der Linken prägen. Anschließend besteht Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion….
- „Kinder sind unsere Zukunft?“ – Wie Armut den einen die Kindheit versaut, ohne den nationalen Erfolg der anderen zu gefährden: Vortrag und Diskussion am 28. Oktober 2026 um 18:30 Uhr im Kidsklub Purpur Der Vortrag stellt zunächst vor, was Kinder- und Jugendarmut ist und was es für die Betroffenen bedeutet. Die Armut von Kindern und Jugendlichen ist kein Geheimnis und sie wird regelmäßig öffentlichkeitswirksam skandalisiert. Trotzdem bleiben Kinder- und Jugendarmut recht stabil. Der Vortrag geht in einem zweiten Teil deswegen darauf ein, warum sich trotzdem so wenig ändert….
- Städtefahrt nach Budapest: Wir wollen gemeinsam nach Budapest reisen, um uns im Rahmen einer Städtefahrt mit der wechselhaften Geschichte und Gegenwart Ungarns sowie Themen im Bereich Kultur und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Mit welchen Aspekten genau wir uns beschäftigen werden, entscheiden wir gemeinsam während der Planung unserer Fahrt. Einen kurzen Überblick über die Geschichte Ungarns findet ihr weiter unten. Wir laden alle Interessierten, die zum Zeitpunkt der Fahrt 18 Jahre alt sind, zu einem gemeinsamen Auftakt-Treffen ein, bei dem wir in die Organisation und Programmgestaltung starten. Am 9. November 2026 um 18:30 Uhr treffen wir uns im [kany], um uns kennenzulernen und mit der Planung zu beginnen….
- Aporien der Pädagogik – Über die Möglichkeiten und Grenzen der Initiation von Bildungsprozessen: Vortrag und Diskussion am 10. November 2026 um 18:30 Uhr im [kany] Die kapitalistische Gesellschaft ist keine harmonische, sondern
geprägt von diversen Widersprüchen und Kämpfen. Kritische
Pädagogik erkennt diese Realität an und verweigert es dennoch, sich
ihr zu fügen. Anstatt die Kinder und Jugendlichen zu konkurrenz- und
staatsfähigen Einzelnen zu erziehen, ist ihr Ziel die Mündigkeit.
Das führt zum zentralen Problem der Kritischen Pädagogik: Wie werden
die Kinder und Jugendlichen vom pädagogischen Objekt zum politischen
Subjekt? … - Wie Chinas Sozialismus den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes möglich machte: Vortrag und Diskussion mit Ralf Ruckus am 25. November 2026 um 18:30 Uhr im [kany] Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) schuf in den 1950ern eine sozialistische Planwirtschaft. Ab Ende der 1970er reformierte sie diese jedoch und setzte auf Märkte, Privatisierung und Investitionen von Unternehmen aus kapitalistischen Ländern. In der Veranstaltung wird den Fragen nachgegangen, warum die KPCh den Sozialismus umbaute, welche Rolle die sozialistischen Wurzeln noch für das politische und wirtschaftliche System spielen und warum die Volksrepublik zu einer der führenden Wirtschaftsmächte geworden ist….
- Der Maoismus in der Kulturrevolution: Strategie der Rebellion oder staatstragende Kraft? Vortrag und Diskussion mit Ralf Ruckus am 7. Dezember 2026 um 18:30 Uhr im [kany] Die Kulturrevolution von 1966 bis 1969 in der Volksrepublik China inspirierte nicht nur die aufständische Jugend und Arbeiter:innen vor Ort, sondern auch Bewegungen in vielen Teilen der Welt. In der Volksrepublik befeuerte eine bestimmte Auslegung des Maoismus in diesen Jahren den sozialen Aufstand der Rebell:innen von unten, eine andere Auslegung diente den Parteiführer:innen als Rechtfertigung für die Niederschlagung von oben. In der Veranstaltung wird dieser Spaltung in einen “linken” und einen “rechten” Maoismus nachgegangen, die politische Bewegungen in der Volksrepublik auch weiterhin prägen sollte….
- Das Verschwinden des Holocaust – Zum Wandel der Erinnerung: Buchvorstellung und Diskussion mit Prof. Dr. Jan Gerber am 15. Dezember 2026 um 18:30 Uhr im [kany] Die Erinnerung an den Holocaust schwindet. Seine Singularität wird zusehends infrage gestellt. Jan Gerber erinnert daran, dass sich die Erkenntnis von der Besonderheit des Verbrechens erst spät durchsetzte. Die Unterschiede zwischen Konzentrations- und Vernichtungslagern, zwischen Buchenwald und Birkenau, Belsen und Bełżec, waren lange kaum jemandem bewusst. Auch die Erinnerung begann zeitlich verzögert. Der Holocaust bewegte sich erst seit den Siebzigern aus den Vororten des Gedächtnisses an den Zweiten Weltkrieg in sein Zentrum. …
