16. März 2026 – 18:30 Uhr
Dornburger Str. 17, Jena




Unter dem Begriff „Revisionismusstreit“ diskutierte die Arbeiter* innenbewegung schon vor über 100 Jahren, inwieweit das bisherige klassenkämpferische und revolutionäre Parteiprogramm der SPD überholt sei und durch Parlamentarismus und Reformismus abgelöst werden müsse. Vor dem Hintergrund einer gewissen Stabilisierung und wachsendem gesellschaftlichen Wohlstand schien Marx‘ Kapitalismusanalyse und seine Prognose der notwendigen Krisenhaftigkeit des Kapitalismus nicht mehr haltbar. Eduard Bernstein sprach aus, was viele Sozialdemokraten dachten: Der Marxismus des Kommunistischen Manifests ist nicht mehr zeitgemäß, eine Erneuerung der sozialistischen Theorie muss her.
Mit diesem Programm ist Bernstein zwar theoretisch nicht weit gekommen, wie Luxemburg versuchte nachzuweisen. Und doch trifft er einige wunde Punkte des Parteimarxismus. Und hatte nicht auch Engels nach Marx’ Tod viele seiner Ansichten revidiert?
Im Workshop soll der damalige Streit nachgezeichnet und das Spannungsfeld zwischen orthodoxem Marxismus, “Linksrevisionismus“ und Reformismus betrachtet werden. Wir werden zusammen Ausschnitte aus der damaligen Debatte zwischen Bernstein und Luxemburg lesen und diskutieren.
Einsteiger*innenfreundlichkeit: 1/3
Textarbeit: 2/3
Methodenfeuerwerk: 2/3
