Feminismus seit dem 7. Oktober – Wo bleibt der Universalismus?

Vortrag und Diskussion mit Debora Eller
Eine Veranstaltung der Falken Jena

17.04.2026
18:30 Uhr
Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1); Hörsaal 024

Nach einer feministischen Demonstration in Berlin Ende 2024 sorgte ein Foto für Empörung: Eine Demonstrantin trug einen »I love Hamas«-Sticker.

Kritik daran wurde von ihr als „weißer“ oder „westlicher“ Feminismus zurückgewiesen.

Der Vortrag untersucht den behaupteten Feminismus antiisraelischer Aktivistinnen. Auffällig sind dabei deren selektive Empörung über sexuelle Gewalt und die fehlende Solidarität mit jüdischen und israelischen Opfern.

Der eigentlich zentrale Faktor Geschlecht wird ausgeblendet: Eine Analyse wird hier nur anhand der Achsen westlich/nicht-westlich, Unterdrückte/Unterdrücker oder imperialistisch/kolonisiert vorgenommen. Das untersuchte feministische Milieu blendet patriarchale Herrschaftsverhältnisse, Misogynie, LGBT-Feindlichkeit und vor allem Antisemitismus innerhalb nicht-westlicher Gesellschaften aus und glorifiziert islamistische Akteure.

Ausgehend von feministischer Psychoanalyse und der Kritischen Theorie Adornos fragt der Vortrag nach den Ursachen dieser politischen Parteinahme. Dabei wird die Bedeutung von Ohnmachts-gefühlen und Aktionismus genauer in den Blick genommen.

Debora Eller ist Soziologin und Publizistin mit den Schwerpunkten feministische Theorie, Sozialpsychologie und Kritik des Antisemitismus.