




Filmabend: Charlie Chaplin – „Der große Diktator“ (1940)
Dienstag, 14. April, 18:30 Uhr, Ladenlokal [kany], Thälmannstr. 26, 99085 Erfurt
Eintritt frei.
Mit „Der große Diktator“ (1940) schuf Charlie Chaplin eine der radikalsten politischen Komödien der Filmgeschichte: eine wütende, anarchische Satire auf Faschismus, Führerkult und autoritäre Macht.
Schon lange bevor die USA in den Krieg eintraten, griff Chaplin offen das NS-Regime an und produzierte den Film gegen massive Widerstände selbst. Was dabei entstand, ist ein subversiver Angriff auf die Inszenierung von Macht.
Der faschistische Herrscher Hynkel (eine groteske Hitler-Parodie) wird zur Karikatur seiner selbst: größenwahnsinnig, kindisch, hysterisch. Seine Reden bestehen aus sinnlosem Gebrüll und pseudo-deutschem Kauderwelsch – ein bewusster Angriff auf die Rhetorik autoritärer Herrschaft.
Gleichzeitig stellt Chaplin ihm den jüdischen Friseur gegenüber – eine Figur von unten, verletzlich, solidarisch, widerspenstig. In der Verwechslung beider Figuren kulminiert das anarchistische Moment:
Nicht der Herrscher spricht, sondern der Unterdrückte. Und plötzlich wird aus der der Parodie ein politischer Aufruf zur Befreiung.
Die Reaktionen auf den Film waren von Anfang an widersprüchlich: Die The New York Times nannte ihn „vielleicht den wichtigsten Film“ seiner Zeit, Konservative warfen Chaplin „Kriegshetze“ vor und in Europa reagierten viele Zuschauer verstört – Lachen wich oft betretenem Schweigen.
Nach 1945 wurde der Film ambivalent gesehen: Für manche kam er zu früh, für andere war er nicht radikal genug angesichts der realen Verbrechen. Chaplin selbst sagte später, er hätte den Film vielleicht nicht gemacht, wenn er das volle Ausmaß des Holocaust gekannt hätte.
Wir laden euch ein zu einem Filmabend über Widerstand, Humor und politische Intervention.
